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Schoenbrunn Village

 

Schoenbrunn, gegruendet 1772 als eine Moravian Mission der Delaware Indianer, war die erste christliche Siedliung in Ohio. Das Dorf wurde restauriert und sieht heute fast genauso aus wie vor mehr als 200 Jahren.

Im Dorf kann man einige widererrichtete Huetten besichtigen, welche aus einfachem Holz erbaut wurden. So zum Beispiel den originalen Friedhof namens "Gottes Acre" und 2,5 Acre Feld, auf dem Pflanzen angebaut wurden.

Schoenbrunn ist ein passendes Denkmal fuer die kurzlebige Siedlung, deren Bewohner die ersten staatlichen Regeln fuer Buerger aufstellten und das erste Schulhaus erbauten.

Die Tagebuecher der Missionaere als auch die jaehrlichen Berichte legen sehr detailiert das Leben und die Aktivitaeten der Bewohner in der Ohio Region dar.

Sie wurden von der Kirche der Moravians behuetet und bewahrt. Diese Aufzeichnungen machten es moeglich, Schoenbrunn’s urspruengliche Lage ausfindig zu machen und auch die Lage der Strassen und Gebaeude zu orten.

Die Ohio Historical Society erwarb das Gelaende 1923. Bald danach begannen die Arbeiten fuer die Rekonstruktion der Stadt. Der Wiederaufbau der ersten Huette wurde 1927 abgeschlossen. Das Versammlungshaus und das Schulgebaeude wurden in den folgenden Jahren neu errichtet.

Ein Museum in der Naehe des Dorfes erzaehlt die Geschichte der christlichen Delawares und der Moravian Missionaere.

Freiwillige, gekleidet in Kostuemen des 18. Jahrhunderts, helfen, diese einmalige Gemeinschaft und deren Braeuche ins Leben zurueckzurufen.

Eine Mission des Friedens

Im Fruehjahr 1772 kamen der Missionaer David Zeisberger und 5 Indianerfamilien zum Tuscarawas Fluss, um einen geeigneten Standort fuer ihre Mission zu finden.

Zeisberger hatte die Einladung des Fuehrers der Delaware Indianer, Netawatwes, angenommen, in Ohio Country eine Mission zu errichten.

Die Moravians waren eine Sekte deutscher Protestanten, deren Glaube auch den Pazifismus beinhaltete. Zeisberger hoffte, das diese Grenzmission irgendwie bestehen bleiben konnte, frei von Spannungen zwischen landsuchenden Kolonialisten und den Eingeborenen. Er konnte nicht wissen, dass diese Hoffnung im brutalsten und sinnlosesten Massacre unserer Landesgeschichte untergehen wuerde.

In ihrer 5-jaehrigen Lebensspanne war Schoenbrunn eine isolierte Gemeinde in einer Region, die wuchs und wuchs und in einer Zeit , in der die amerikanische Revolution immer naeher rueckte.

Der englische Reisende Nicholas Creswell, welcher Zeisberger besuchte nachdem die Stadt fertig errichtet war, schrieb in sein Tagebuch: "Am Abend gingen wir zu einer Versammlung . Ich erwartete nichts anderes zu sehen als Anarchie, Verwirrung und Verlegenheit…. Anstelle dessen galten dort hoechste Ordnung und Anstand, die ich jemals zuvor in meinem Leben gesehen habe." In Schoenbrunn, so entdeckte Creswell, war alles gleichmaessig angeordnet: "Was herrscht hier fuer eine Christlichkeit unter den Missionsmitgliedern der Moravians, Schoenbrunn ist eine wahrlich schoene Stadt bestehend aus ueber 60 Haeusern, erbaut aus Baumstaemmen und bedeckt mit hoelzernden Balken. Die Haeuser sind sehr geordnet und an 3 verschiedenen Strassen gelegen, welche sich alle im Zentrum treffen. Dort, wo sich das Versammlungsgebaeude befindet…."

Die Konstruktion eines Schulhauses folgte bald darauf, da die Bildung der Indianerkinder fuer die Moravians einen Vorrang hatte. Diese Aufgabe war keine leichte, so notierte Zeisberger spaeter in sein Tagebuch: "Bruder David und Bruder Heckewelder teilen sich die Pflichten, die die Leitung der Schule mit sich bringt. Und in der Tat, sie unterrichten in der Indianersprache. Da wir keine Buecher fuer die Kinder haben, muessen wir selbst welche schreiben, eine ansehnliche Aufgabe, denn wir haben momentan annaehrend 100 Kinder."

Die Erwachsenen wurden ebenfalls unterrichtet. Sie eigneten sich Faehigkeiten im Umgang mit Metall und auch Zimmermannsarbeit an.

Mit diesen Arbeiten und dem Gottesdienst ueberzeugten die Missionaere die Indianer, dass man mit dem christlichen Leben von Freiheit mehr erreichen konnte, als mit Beteiligungen an Kriegen und anderen Feindseligkeiten.

Eine Welt voller Feindseligkeit

Mit dem Ausbruch des Revolutionskrieges traf Schoenbrunn staendig auf Belaestigungen und Streitereien aus zwei verschiedenen Richtungen. Zum einen die feindlich gesinnten Indianer unter britischem Einfluss; zum anderen stiessen amerikanische Kolonialisten immer weiter ins Territorium vor.

Dieser Druck zunehmender Gewalt zwang die Siedler schliesslich zu einer folgeschweren Entscheidung: Die Mission musste verlassen werden. Eine letzte Versammlung fand am 19. April 1777 statt. Zeisberger schrieb: "Unmittelbar nach der Versammlung wurde das Dach vom Versammlungsgebaeude gezogen und saemtliche Gegenstaende wurden zur Zerstoerung hereingebracht.

Die christlichen Indianer von Schoenbrunn und die in der Naehe gelegene Mission von Gnadenhutten zogen nach Lichtenau, ein paar Meilen suedlich vom heutigen Coshocton.

Sie blieben hier fuer 2 Jahre, bis zur Wiederbesiedlung von Gnadenhutten und dem Bau von 2 neuen Staedten, Salem und Neu Schoenbrunn.

Aber 1781 zwangen die Briten die Siedlungsbewohner, zum Sandusky Fluss zu ziehen. Die Briten glaubten, dass die Missionaere von Truppenbewegungen informierte amerikanische Rebellen waren. Zeisberger und die anderen Missionaere wurden nach Detroit gesandt. Man wollte sie als amerikanische Spione gewinnen.

Im Februar 1782 durften einige der christlichen Indianer, welche sich am Sandusky Fluss aufhielten, zu ihren Staedten am Tuscarawas Fluss zurueckkehren, um ihre Habseligkeiten abzuholen und Ueberbleibsel ihrer angepflanzten Feldfruechte zu ernten.

Es war ein verhaengnisvoller Trip. Oberst David Williamson, welcher einen amerikanisch – militaerischen Feldzug in Reaktion auf etliche Ueberfaelle der Indianer anfuehrte, nahm die christlichen Indianer in ihren Staedten gefangen und beschuldigte sie, die britischen Indianer bei ihren Ueberfaellen zu unterstuetzen.

Die 90 Soldaten zwaengten die Indianer in 2 Baracken der Stadt Gnadenhutten und beschlossen, ueber deren Schicksal abzustimmen. Nur 18 Soldaten stimmten fuer Gnade,

72 fuer Hinrichtung.

Die Indianer, denen die Entscheidung mitgeteilt wurde, beteten und sangen die ganze Nacht hindurch. Am Morgen wurden sie von den Baracken weggebracht und ermordet. Nur 2 Jungen konnten fliehen; 62 Erwachsene und 34 Kinder wurden getoetet.

Obwohl die Moravians weiterhin unter groessten Bemuehungen versuchten, ihre Staedte am Tuscarawas Fluss zu errichten, konnten sie in ihrem Dasein niemeals wieder dauerhafte Erfolge erzielen.

Staendige Kriege unter den Indianern und der zerstoererische Einfluss weisser Haendler durchkreuzten ihre Bemuehungen. Die letzte Moravian Missionsstadt, Goshen- ein paar Meilen entfernt von Schoenbrunn gelegen- wurde 1824 verlassen.

 
 
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